FAQ der Hochzeitsfotografie – Teil II: Die Paarfotos

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Heute geht es um ein Herzstück der Hochzeitsreportage: Die Paarfotos. Ein Herzstück, obwohl sie streng genommen nicht zur Reportage gehören, diese Aufnahmen von Bräutigam und Braut. Denn natürlich sind sie in gewissem Maße gestellt, anders als der Rest der Hochzeit – Getting Ready, Kirche oder Standesamt oder freie Trauung, Empfang, Party … all das passiert und wird mit möglichst viel Liebe zum Detail und dem Blick für die besonderen Momente von mir dokumentiert.

Für die Paarfotos aber schnappe ich mir „mein“ Brautpaar und verziehe mich für mindestens eine Stunde mit ihm.

In den Vorgesprächen gibt es hierzu immer viele Fragen, die ich gerne beantworte.

Können wir die Paarfotos auch vor der Trauung machen?

Ja, natürlich. Es gibt sogar einige Punkte, die dafür sprechen. Das Make-up ist perfekt, die Frisur sitzt, die Augen glänzen in freudiger Erwartung. Die Gäste sind noch nicht dabei und können sich deshalb auch nicht vernachlässigt fühlen. Und dann ist da manchmal noch dieser besondere Moment, der „first look“, wenn der Bräutigam seine Braut zum ersten Mal im Brautkleid sieht … Es gibt aber auch Nachteile: Jede Braut und jeder Bräutigam ist vor der Trauung nervös. Das ist so und muss so sein. Und nicht allen, aber vielen ist diese Nervosität ins Gesicht geschrieben. Das macht sich auf Fotos dann natürlich nicht so irre gut. Weiterer Nachteil: Der Zeitpunkt. Sprich, der Sonnenstand. Bei Sommersonnenschein ist die Zeit zwischen 10 Uhr 30 und 16 Uhr für stimmungsvolle Gegenlichtfotos nicht zu gebrauchen. Um die Mittagszeit ist es sogar nötig, in den Schatten zu gehen, weil sich sonst unschöne, harte Schlagschatten unter Augen und Nase bilden. Am liebsten mache ich die Paarfotos deswegen, vor allem bei Sonnenschein, am Abend, idealerweise in der Stunde vor Sonnenuntergang. Aber natürlich ist das nicht immer möglich, denn vielleicht möchte das Brautpaar auch etwas vom Menü kosten. Deswegen richte ich mich da nach dem Wunsch des Paars, mache das Beste draus und hoffe, dass ich das Paar vielleicht bei tollem Licht am Abend noch mal für fünf Minuten nach draußen entführen kann.

Warum dauert das Paarshooting eine Stunde oder länger?

Natürlich kann ich die Brautpaarportraits auch in kürzerer Zeit machen. Rekord waren fünf Minuten, weil es einfach zu stark regnete und die Braut keine Lust auf Wetlook hatte. Aber wenn die Fotos richtig gut in die Reportage passen sollen, dürfen sie nicht gestellt aussehen. Und dafür brauche ich Zeit. Ich fange immer mit gestellten Posen an. Die habe ich auf Workshops gelernt, mir bei anderen Fotografen abgeschaut oder sie sind zufällig bei Shootings entstanden. Die meisten Paare sind ganz froh, wenn ich ihnen am Anfang ziemlich konkret sage, was sie machen sollen. Aus diesen gestellten Momenten ergeben sich dann mit der Zeit echte Momente zwischen den Brautleuten – innige, zärtliche, lustige, verliebte – und dann fängt das Fotografieren wirklich an.  Ganz oft entwickeln sich neue, eigene Ideen, manchmal scheint das Paar sogar kurz zu vergessen, dass ich dabei bin und alles festhalte – Treffer, versenkt! Oder, wie es kürzlich ein Bräutigam nach einer Stunde Kiss&Shoot ausdrückte: „Da wird man ja ganz geil bei der ganzen Knutscherei!“ 🙂

Und was ist mit einem After-Wedding-Shooting?

Prima Idee! Mache ich sehr gerne. Ganz entspannt ein, zwei, drei oder auch mehr Tage nach der Hochzeit noch mal treffen und ohne Zeitdruck oder Wetterkapriolen die Paarbilder machen. Einziger Haken: Make-up und Frisur müssen noch mal rekonstruiert werden. Und zumindest das Paar weiß natürlich, dass die Bilder nicht vom Hochzeitstag sind. Nicht immer gelingt es, diesen ganz besonderen Zauber des Hochzeitstags noch mal abzurufen. Aber mit etwas Zeit und einem verliebten Pärchen ist es möglich und wahrscheinlich.

Warum machst du auch ganz „langweilige“ Paarfotos, bei denen wir beide ganz klassisch in die Kamera grinsen?

Ganz einfach: Das ist die Pflicht. Danach kommt die Kür. Und ihr glaubt ja nicht, wie viele Mamas, Papas, Omas, Opas, Tanten und Onkel sich ein klassisches Foto des Brautpaars wünschen, für das Familienalbum oder die Kommode. Warum also nicht? Kostet ja nichts nur ein bisschen Zeit.

Gibt es allgemeine Tipps & Tricks, die wir bei den Paarfotos beachten können?

Es gehört zu meinem Job, Euch das alles beim Shooting zu sagen, aber es gibt natürlich ein paar Grundsatzdinge, die man beachten kann. Zum Beispiel sollte der Bräutigam, besonders beim Küssen, nie eine Hand einfach so runterhängen lassen oder gar in die Hosentasche stecken (außer, es ist Absicht). Die Hände gehören immer beide an die Frau. Gerne auch auf den Po, Hauptsache an die Frau. Küsse sehen mit Einsatz der Hände auch inniger aus, oder, um es mit Mark Twain zu sagen: „Ein Kuss ist eine Sache, für die man beide Hände braucht.“

Wird der Kuss von der Seite fotografiert (was meistens der Fall ist), sieht es meistens schöner aus, wenn die Frau die Nase vorne hat.

Und: leidenschaftliche Zungenküsse sind eine tolle Sache, für Fotos eigenen sich aber besser zarte, gehauchte Küsse. „Näschen“ ist auch sehr schön. Und auch der unschuldige Kuss auf die Stirn, der wunderschön aussieht, auch wenn zum Beispiel die Braut auf diesem Beispielbild ihn eigentlich gar nicht mochte … 😉

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