Im Fluss

Im Frühjahr 2014 durfte ich mit einer zauberhaften Kollegin aus meiner „alten“ Branche, einer Schriftstellerin, zusammenarbeiten. Iris wünschte sich neben normalen Portraits ein ganz besonderes Foto. Sie wollte in einem Fluss stehen, und man sollte sehen, dass der Fluss floss. Ratter ratter, machte mein Fotografinnenhirn, und natürlich fiel mir gleich ein: Langzeitbelichtung, um das Fließen des Wassers deutlich zu machen und dem Bild etwas Mystisches zu geben. Ich googelte vor dem Termin nach „Personen und Langzeitbelichtung“, fand aber kein ähnliches Bild wie das, das mir vorschwebte. Warum, sollte ich bald erfahren.

An einem sonnigen Märzmorgen montierte ich also den Graufilter auf meinem Objektiv und schraubte die Kamera aufs Stativ, platzierte Iris in Gummistiefeln in einem Isararm am Flaucher, bat sie, ganz ganz ruhig zu halten und belichtete per Funkauslöser acht Sekunden lang. Viele Versuche später, die arme Iris hatte inzwischen kalte Füße bekommen, merkte ich leicht frustriert: So geht das nicht. Das Wasser floss zwar schön und Iris hatte wirklich stillgehalten, trotzdem war ihr Gesicht einfach nicht hundertprozentig scharf. Offensichtlich ist es einfach nicht möglich, in der Isar stehend acht Sekunden lang komplett ruhig zu stehen und sich keinen Millimeter zu bewegen.

Also machte ich einfach zwei Fotos: Eines vom fließenden Wasser und ein zweites mit normaler Verschlusszeit und ohne Graufilter, dafür mit Iris. Hinterher montierte ich beide Bilder zu einem zusammen. Hier ist das Ergebnis:

imfluss

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