Back me up, please!

Habt Ihr Kinder, verreist Ihr gerne oder ist Fotografie Euer Hobby? Wenn Ihr nur eine dieser Fragen mit Ja beantworten könnt, möchte ich Euch das Thema Backup ans Herz legen. Ich spreche jetzt nicht von wichtigen Dokumenten, Kontakten, E-Mails oder steuerrelevanten Unterlagen, die sich vielleicht auf Euren Computern befinden. Denn dass man die zusätzlich sichern sollte, ist eigentlich eh klar, viel zu groß wäre der Ärger, wenn alles weg wäre. Da ich Fotografin bin, spreche ich von Fotos. 14698421118_bc8af6ed5e_o

Stellt Euch vor, es wäre von einer Minute auf die andere alles weg. Die Bilder des Italienurlaubs mit Freunden, die Fotos vom Trip nach New York, auf den Ihr lange gespart habt oder alle bildlichen Erinnerungen an die Taufe Eures Jüngsten. Und das kann relativ leicht passieren. Selbst ein nigelnagelneues Notebook kann crashen und kaputt sein. Ein Blitzeinschlag kann zu Überspannung führen oder der Laptop kann Euch geklaut werden. Ich hätte kürzlich beinahe vier externe Festplatten, die an meinem MacBook hingen, formatiert. Dabei hatte ich nur kurz mit einem Lappen über die Tastatur gewischt, weil ich – ähem – beim Abendessen gearbeitet und unschöne Fettflecken hinterlassen hatte.

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Deswegen: Macht bitte Backups. Speicherplatz ist heute nicht mehr teuer. Und wenn Ihr nicht gerade ein Berufsfotograf seid wie ich und bei jedem Shooting zwischen 15 und 70 Gigabyte Rohdaten mit nach Hause bringt, braucht Ihr auch kein RAID oder NAS, es genügen zwei externe Festplatten, die beide exakt dasselbe beinhalten. Die Backup-vom-Backup-Platte könnt Ihr sicherheitshalber in den Schrank packen und halt so oft anschließen und aktualisieren, wie es für Euch nötig ist. Zum Beispiel wöchentlich, mindestens aber nach jedem größeren Event oder Urlaub.

Ich mache es sogar so, dass ich meine Fotos gar nicht auf dem Rechner selbst verwalte. Dort sind nur wenige Bilder gespeichert. 95% habe ich auf mehreren externen Festplatten und bearbeite sie von dort aus mit Lightroom und Photoshop.

Beim Mac kann man eine der beiden Platten auch gleich als Time Machine verwenden, ein intelligentes Backup Eures gesamten Rechners, inklusive Betriebssystem, Kontakten, Mails, Benutzern, Daten, ja sogar die Browserfavoriten und die Passwörter sind dabei, wenn gewünscht.

Welche externe Festplatte ist empfehlenswert? Ich habe gute Erfahrungen mit LaCie gemacht, mit Western Digital und seit neuestem mit den Platten von Transcend, die sind klein, bunt und „shock resistent“, was natürlich nicht heißt, dass sie runterfallen sollten, während sie arbeiten, aber wenn sie abgeschaltet sind, muss man sie nicht wie rohe Eier behandeln, sondern nur wie hartgekochte.

Eine Transcend-Platte mit 1 TB, das sind 1.000 GB oder 1.000.000 MB, kostet gerade mal um die 70 Euro.

Zusätzlich empfehle ich noch die Auslagerung der Daten ins Internet. Die iCloud von Apple ist mir hierfür zu klein (bzw. zu teuer, wenn man sie vergrößert), und ehrlich gesagt kapiere ich sie immer noch nicht so ganz. Aber für Bilder gibt es eine prima Alternative, die nichts kostet und 2 TB (!!!) Speicherplatz bietet: flickr.com. Mit dem flickr uploadr kann man ganz komfortabel auch hochauflösenden JPGs raufladen und schön in Alben und Sammlungen ordnen, verschlagworten etc., und natürlich kann man es auch so einstellen, dass nur man selbst Zugriff auf die Bilder hat. Dann sind die wichtigen Fotos selbst dann noch da, wenn Eure Bude abbrennen sollte, was wir natürlich nicht hoffen wollen.

In diesem Sinne: Back me up! Please.

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5 Gedanken zu “Back me up, please!

  1. Eine einfache und kostengünstige Methode sein Backup zusätzlich sicher zu machen, man deponiere eine Backupfestplatte am Arbeitsplatz oder bei einem Familienmitglied. Diese von Zeit zu Zeit aktualisieren und man hat sein Backup außer Haus. Noch ein Tipp wäre die Speicherung von Fotos auf einem optischen Medium z.B. BlueRay. Festplatten sind Magnetspeicher, sollten sie einem starken Magnetfeld ausgesetzt werden, so kann alles vernichtet sein. Gerade bei Fotos empfehle ich dies, denn es sind einfach unwiederbringliche Daten.
    Ein Progamm für nicht so versierte Windows Nutzer wäre z.B. Ocster Backup. Sehr einfach zu bedienen und beherrscht die Funktion der inkrementellen Sicherung.

  2. Hi Anette,
    guter und nötiger Artikel. Gibt ja fast nichts schlimmeres als Datenverlust…
    Wir haben für die OnLocation-Datensicherung zwei Lacie Rugged mit jeweils 1TB im Einsatz (http://tinyurl.com/ohnorgn). Bin ja von Transcend nicht so begeistert. Hatten viele CF-Karten von Transcend, diese sind aber ziemlich unzuverlässig – Kartenfehler oder fehlerhafte Daten gab es hier sehr oft. Haben dann alle mit SanDisk ersetzt.
    Haben auch einen Artikel zur Datensicherung geschrieben (http://dielichtfaenger.com/datensicherung/). Ist wahrscheinlich für Privatanwender etwas zu viel, aber vielleicht ganz interessant.

    VG
    Josef

    1. Hallo Josef,

      ich glaube, durch Euch bin ich damals auf LaCie gekommen 😉 Mit Transcend habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht, mir ist erst ein einziges Mal eine Speicherkarte kaputt gegangen und das nur, weil ein Kunde sie mit Gewalt in den total verdreckten Slot seines Laptops gedrückt hat, da wusste ich gleich, die ist hinüber (Daten konnte ich trotzdem retten). Ich verwende allerdings SD-Karten, vielleicht gibt es da ja Unterschiede. In diesem Artikel ging es ja in erster Linie darum, dass man ÜBERHAUPT mal Datensicherung macht – die meisten meiner Kunden machen das nämlich gar nicht ;-).

      Liebe Grüße!
      Anette

      1. Hi Anette,
        ah ok, cool 😀
        War irgendwie komisch. Normalerweise sind ja CF-Karten auch deutlich robuster als SD-Karten (die Kontakte liegen ja auch nicht offen). Die SanDisk sind länger im Einsatz und haben noch nie Probleme gemacht. Ich schreibe aber demnächst einen Artikel über die Lebensdauer von Speicherkarten. Ich glaub nämlich, dass Speicherkarten nach einer bestimmten Dauer einfach deutlich schlechter und ungenauer Daten speichern.

        Stimmt da hast du recht. Wir müssen es auch sehr oft ansprechen.

        VG
        Josef

      2. Lustig, ich hab grad mal nachgesehen, weil mir eingefallen ist, dass mal eine Karte während des Fotografierens massiv rumgezickt hat – ich habe sie mit einem roten Punkt drauf aus dem Verkehr gezogen, aber aufgehoben – und es war eine Sandisk ;-). Allerdings tausche ich meine Transcends auch regelmäßig aus. Immer wenn es ein Angebot gibt, kaufe ich einen Schwung schnelle 32er und entsorge ein paar alte (und „alt“ sind die bei mir schon nach einem Jahr oder auch mal nach ein paar Monaten). Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich mich noch nicht an den Umstieg auf Systemkameras bei der Hochzeitsfotografie wage. Bisher habe ich noch keine Systemkamera mit zwei Kartenslots gefunden. Und die sind einfach so beruhigend …

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