Fünf Irrtümer, die Selbständigkeit betreffend

15766236365_65fba1c555_k Bald geht das fünfte Jahr meiner beruflichen Selbständigkeit zu Ende. Aus diesem Anlass möchte ich Euch heute fünf Irrtümer vorstellen, denen ich in dieser Zeit erlegen bin. Vielleicht hilft Euch das, wenn Ihr Euch irgendwann mal selbständig machen wollt, darüber nachdenkt oder gerade damit begonnen habt.

  1. Als Selbständiger kann man jederzeit Urlaub machen Kann man schon. Theoretisch. Praktisch nimmt man (oder zumindest ich) meistens den Laptop mit auf die Reise, denn die Kosten laufen unvermindert weiter und bei den Kunden kommt es auch nicht so gut an, wenn man zwei Wochen oder länger nicht erreichbar ist.
  2. Wenn man mal weniger arbeitet, verdient man einfach ein bisschen weniger Geld
    Der vielleicht größte Irrtum! Grundsätzlich stimmt es natürlich. Aber in der Praxis ist es nicht so, dass man „mal weniger“ arbeitet, sondern nur „mal nicht ganz so furchtbar viel“. Ein gewisses Level muss immer gehalten werden, sonst entwickelt sich das Geschäft rückläufig.
  3. Man kann nie zu viele Aufträge haben!
    Doch. Besser ist, es genau so viele Anfragen zu bekommen, wie man auch erfüllen kann – vielleicht einen Tick mehr, da nicht aus jeder Anfrage ein Auftrag wird. Kann man aber zu viele Anfragen nicht bedienen, sind die potenziellen Kunden frustriert, was sich leider noch besser herumspricht als gute Erfahrungen. Außerdem bedeuten viele Anfragen auch viel Arbeit – Mails beantworten, Angebote schreiben und: Den Überblick über das Ganze behalten.
  4. Wenn man hart und viel arbeitet, verdient man auch viel Geld
    Richtiger wäre: Wenn man hart und viel arbeitet, zahlt man auch mehr Steuern und Abgaben und bekommt mehr bürokratische Steine in den Weg gelegt. Je mehr man als Einzelunternehmer verdient, desto größer werden die Augen und Hände des Finanzamts und desto wahrscheinlicher wird eine unangenehme Steuerprüfung. Besonders übel ist es, wenn der Erfolg schnell kommt und man seine Umsätze rasch steigert. Folgt dann doch mal ein schwächeres Jahr (z.B., weil man noch ein Kind bekommt oder krank ist), können einen die Steuervorauszahlungen in die Knie zwingen.
  5. Die Selbständigkeit ist ideal, wenn man Kinder und/oder andere Projekte hat
    Jein. Klar, es ist schon angenehm, wenn man niemandem Rechenschaft ablegen muss, weil das Kind krank ist und man mit ihm zu Hause bleibt. Es ist auch toll, dass man Hobby mit Beruf verquicken kann und aus anfangs privaten Projekten bezahlte Arbeit machen kann. Das Problem aber: Die Kosten einer Selbständigkeit sind die gleichen, egal, ob man 25 oder 65 Stunden pro Woche arbeitet. Stichwort: Mindestbemessungsgrundlage. Was für ein schönes Wort. Denn der Staat bzw. die Krankenkasse geht davon aus, dass sich eine Selbständigkeit unter einem gewissen Umsatz im Monat nicht lohnt, deswegen muss man immer für ein Einkommen von mindestens 2.073,75 Euro (2014) Krankenkassenbeiträge bezahlen, egal, ob mal so viel verdient oder nicht.
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