Rabimmel, rabammel, rabumm. Gute St.-Martins-Fotos

Weil ich ein paar Mal danach gefragt wurde, hier ein paar Tipps für schöne Fotos vom St.-Martins-Umzug (oder Laternenumzug, wie er mancherorts heißt) Eurer Kinder.

DSC03280

Was Ihr braucht: Eine DSLR- oder Systemkamera (mit dem Handy kommt man hier nicht weit, v.a. nicht nach 16 Uhr 30) und ein möglichst lichtstarkes Objektiv, idealerweise mit einer eher weitwinkligen Brennweite (z.B. 24, 30 oder 35 mm). Den Blitz könnt Ihr zu Hause lassen.

DSC03453

Wie Ihr die Kamera einstellt: Den A- oder AV-Modus wählen (Blendenvorwahl), die Blende so weit wie möglich öffnen (kleine Zahl, z.B. 1,8 oder 2,0), die ISO so weit hochschrauben, bis die Verschlusszeit bei mindestens 1/40 Sekunde, besser bei 1/60 oder 1/100, angelangt ist. Nicht vergessen, bei zunehmender Dunkelheit die Verschlusszeit zu überprüfen und ggf. die ISO nach oben zu korrigieren.

DSC03460_Snapseed

Was Ihr sonst noch beachten müsst: Bei Zoomobjektiven die kürzeste Brennweite wählen (also bei einem 24-70mm-Objektiv z.B. 24 mm), nicht zoomen. Die Kamera ruhig halten. Die Kinder nicht von oben fotografieren, sondern in die Hocke gehen oder die Kamera auch mal auf dem Boden platzieren. Das vorhandene Licht nutzen, etwa Straßenlaternen, entgegenkommende Autos und natürlich das Licht der Kinderlaternen.

DSC03587

Advertisements

6 Gedanken zu “Rabimmel, rabammel, rabumm. Gute St.-Martins-Fotos

  1. Klasse! Das ist ein super Tipp, ach was gleich mehrere gute Tipps. Ich werde das gleich morgen bei unseren Umzügen mal ausprobieren. Ich bin jetzt schon gespannt wie ich es hinbekommen werde.

    Danke und einen lieben Gruß
    Chris

  2. Warum wird die Blendenpriorität und nicht die Zeitpriorität empfohlen? In der Praxis wird oft folgendes passieren. Die Leute vergessen dauernd zu kontrollieren was die Kamera für Verschlusszeiten wählt und durch wechselndes Licht haben sie auf einmal Verschlusszeiten von 1/20 o.ä. und merken es erst zu Hause. Damit sind weder die Laternen noch die Kinder scharf. Oft ist es ja beim Martinszug schon wesentlich dunkler als auf den gezeigten Bildern.

    Wähle ich dagegen die Verschlusszeit die ich benötige, dann habe ich Verwacklungsfreie Bilder. Bei dem wenigen Licht macht die Automatik die Blende sowieso bis zum Anschlag auf. Wenn man dazu noch „Auto ISO“ einstellt, dann kann man völlig entspannt fotografieren. Außerdem hat man die Möglichkeit mit einem Finger mal eben die Verschlusszeit anzupassen, weil die Kinder z.B. gerade relativ ruhig stehen und kann somit die ISO etwas nach unten drücken.

    Ich glaube das wäre für Anfänger, für die dieser Tipp sicher geschrieben wurde, bestimmt die bessere Lösung.

    LG Frank

    P.S. Ich bin deshalb auf diesen Beitrag gekommen, weil das Thema natürlich gerade aktuell ist und auch in unserer Facebook Gruppe für Fotografie Anfänger die Fragen diesbezüglich aufgekommen sind. Da wurde dann von jemandem auf diesen Beitrag hingewiesen.

    1. So kann man es natürlich auch machen, klar! Mein Tipp war nicht für blutige Anfänger gedacht, sondern für ambitioniertere Hobbyfotografen. Einige Kunden wollten wissen, wie ich einen Martinsumzug fotografiere, und ich mache es mit der Blendenvorwahl und ohne ISO-Automatik. Warum? Weil die Bilder sonst zwar vielleicht scharf, aber zu hell werden. Die Kamera strebt immer nach einer „guten“, ausgewogenen Belichtung, sprich, bei Abendaufnahmen heller als in echt. Was passiert, wenn ich 1/100 über S einstelle und ISO-Auto? Klar, die Blende geht bis zum Anschlag auf, aber bei richtig wenig Licht springt die ISO auf 6400. Das Bild wird zu hell und, wenn man nicht gerade eine Profikamera hat, total verrauscht. Wenn, dann würde ich die ISO bei 2500 nach oben begrenzen. Insgesamt empfinde ich die Blendenvorwahl als Halbautomatik als flexibler als die Zeitautomatik. Zumal eine Bewegungsunschärfe gerade beim Laternenumzug auch nicht ganz schlecht sein muss.
      Aber wie gesagt, mit S geht es selbstverständlich auch.

  3. Danke für die freundliche Antwort 🙂

    Ich war gerade für meinen Beitrag einmal draußen auf der beleuchteten Straße. Es war 17:10 Uhr in Leverkusen. Also nicht zu spät für einen Martinsumzug, für zumindest die größeren Kinder. Die Verschlusszeit hatte ich wegen der Kinder schon auf 1/125 gelegt, was sicher nicht zu kurz ist, die Blende war einmal 1.8 und einmal 2.5. Dabei ist die ISO bei Blende 2.5 auf 8000 und bei Blende 1.8 auf 4000 geklettert. Mit einer ISO Begrenzung auf 2500 wird das sehr schwer, wenn es nicht am Nachmittag statt findet. Aber ich verstehe was Du meinst und danke meiner Sony A7 für die tollen Bilder bei hoher ISO 🙂

    Schöne Bilder hast Du auf der Seite. Damit ich das nicht vergesse mal zu erwähnen 🙂

    LG Frank

    1. Die obigen Fotos wurden am 10.11.2014 zwischen 16:45 und 17:30 Uhr in München aufgenommen, es war also auch schon recht dunkel. Das mit der hohen ISO ist genau das Problem. Mit ISO 8000 kannst du bei einer Nicht-Vollformatkamera in der Regel kaum noch was erkennen, und S/W ist ja bei Laternenfotos auch nicht so der Bringer ;). Dann lieber weitwinklig und aus der Hand mit 1/25 Sekunde und meinetwegen etwas bewegungsunscharf. Insgesamt ist das Ganze zugegeben nicht einfach, ich hatte auch viel Ausschuss ;).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s