S? A? M? Oder doch P?

Vorweg: Nein, ich fotografiere wirklich, wirklich nie in der Programmautomatik „P“. Aber ansonsten mache ich mir das Fotografieren gerne so einfach wie möglich. Nicht immer, aber oft. Sprich, ich fotografiere oft im A (oder AV)-Modus. Das ist die Blendenvorwahl, d.h. ich wähle meine Blendenöffnung und lasse die Kamera den Rest machen. Der Rest, das ist die mit der Blende zusammenhängende Verschlusszeit (Ihr erinnert Euch sicher – je offener die Blende, desto mehr Licht trifft auf den Sensor und desto kürzer ist die Verschlusszeit). Der Rest besteht aber auch aus der ISO und dem Weißabgleich. Da die Kamera das mit der ISO super hinbekommt, steht die bei mir meistens auf Automatik, oder, wenn ich weiß, dass ich nur draußen im Hellen fotografiere, manuell auf 100. Den Weißabgleich lasse ich auch auf Automatik, da ich nur RAW fotografiere, ist es aber fast egal.

Wann ist welcher Modus sinnvoll?

S – Zeitvorwahl/Blendenautomatik

Ich wähle die Verschlusszeit und die Kamera wählt die dazu passende Blende. Das ist sinnvoll, wenn ich eine bestimmte Verschlusszeit benötige, zum Beispiel, wenn ich auf dem Trampolin hüpfende Kinder fotografiere und deren Bewegung einfrieren will, also keine Bewegungsunschärfe haben möchte. Oder wenn ich genau das Gegenteil will: Beispielsweise bei einem „Mitzieher“, wenn z.B. ein Fahrzeug scharf abgebildet werden soll und der Hintergrund Bewegungsunschärfe haben soll, damit man die Geschwindigkeit sieht. Oder wiederum das Gegenteil eines Mitziehers, also ein scharfer Hintergrund mit einem unscharfen bewegten Objekt davor.

Hier ist also die Verschlusszeit der entscheidende Faktor für die bewusste Gestaltung des Bildes, deswegen wähle ich sie selbst.

A(V) – Blendenvorwahl/Zeitautomatik

Die Blende suche ich selbst aus, um mit ihr unter anderem die Schärfeverteilung im Bild zu beeinflussen. Je offener die Blende (also je kleiner die Blendenzahl), desto geringer die Tiefenschärfe und desto „kürzer“ der Bereich des Bildes, der scharf abgebildet wird. Mit offener Blende kann man z.B. bei Portraits schön „freistellen“, also den Hintergrund in die Unschärfe  setzen. Dadurch bekommt das Bild Tiefe, der Fokus des Betrachters wird auf das Wesentliche gelenkt (bei einem Portrait die portraitierte Person) und das Bild sieht gleich professioneller aus, als wenn es von vorne bis hinten scharf ist. Auch unruhige Hintergründe wie auf dem zweiten Bild kann man damit „beruhigen“.

Eine mittlere Blendenstufe wähle ich, wenn es wichtig ist, dass das Bild wirklich knackscharf ist (bei Offenblende ist das nicht immer der Fall) oder wenn ich eine größere Tiefenschärfe benötige, zum Beispiel, wenn ich Produkte fotografiere, die nicht alle nebeneinander stehen, sondern etwas nach hinten und vorne versetzt.

Und schließlich gibt es auch Situationen, in denen ich komplett abblende (z.B. auf Blende 16 oder 22). Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ich die Sonne mit auf dem Bild habe und gerne einen schicken Blendenstern möchte, also die Sonnenstrahlen sichtbar machen möchte. Die Lamellenblende bildet beim Schließen keinen Kreis, sondern ein Polygon mit „Ecken“. In diesen Ecken bricht sich das Sonnenlicht und man sieht den Blendenstern. Bei offener Blende ist der Blendenkreis fast rund, deswegen gibt es keinen Sterneffekt.

DSCF1424-2

Natürlich gibt es auch äußere Bedingungen, die die Wahl einer bestimmten Blende beeinflussen. Zum Beispiel sehr viel Licht (Blende schließen) oder sehr wenig Licht (Blende öffnen). Das bekäme die Kamera aber auch im P-Modus ganz gut hin.

M – Manueller Modus

Schließlich noch der manuelle Modus. Hier wähle ich Blende, Verschlusszeit und ISO selbst. Ich nutze ihn, wenn ich schwierige Lichtbedingungen habe, z.B. starkes Gegenlicht mit heftigen Kontrasten. Dann belichte ich gerne absichtlich einen Tick unter, um keine ausgebrannten weißen Flächen zu haben. Die Tiefen und das Schwarze kann ich in der Nachbearbeitung verlustfrei hochziehen, aber eine komplett weiße Fläche ist „tot“, da kann man auch in Lightroom nichts mehr machen. Gut funktioniert der manuelle Modus auch bei Studiobedingungen oder natürlich bei besonderen Situationen wie Langzeitbelichtung oder wenn ich bestimmte Effekte beim Blitzen erzielen möchte.

 

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4 Gedanken zu “S? A? M? Oder doch P?

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